Diese Seite sammelt, was eine Wehr ihrem Träger vorlegen können muss: welche personenbezogenen Daten das ETB hält, wer sie sehen kann, wie lange sie bleiben und wohin etwas das Haus verlässt.
ℹ️ Das ist keine Rechtsberatung. Es ist die technische Auskunft, aus der Ihr Euer Verarbeitungsverzeichnis füllen könnt. Was davon bei Euch zulässig ist, entscheidet Euer Träger.
Welche personenbezogenen Daten entstehen
| Bereich | Was gespeichert wird |
|---|---|
| Benutzerkonten | Name, Benutzername, E-Mail, Rolle, Zugehörigkeit zu Einheiten, Passwort (nur als Prüfsumme) |
| Rückmeldungen | wer auf welchen Alarm wie geantwortet hat, mit Zeitpunkt |
| Einsatztagebuch | jeder Eintrag mit Name und Uhrzeit; Statuswechsel, Alarmierungen |
| Einsatz-Rollen | wer wann welche Funktion im Einsatz hatte |
| Atemschutzüberwachung | Namen der Träger, ihre Drücke, Uhrzeiten, MAYDAY-Meldungen, wer überwacht hat |
| Telegram | die Chat-Zuordnung (welcher Chat gehört zu welcher Gruppe) |
| Web Push | je Gerät eine Registrierung, der Zeitpunkt des letzten Empfangs |
| Anmeldungen | „auf diesem Gerät angemeldet bleiben", fehlgeschlagene Anmeldeversuche |
| Adressen | Einsatzadressen und ihre Koordinaten, im Zwischenspeicher für Geocodierung |
| Anhänge | was jemand an einen Einsatz hängt — Fotos, Dokumente |
Wer sie sehen kann
Grundsätzlich: Jeder sieht nur, was zu seiner Aufgabe gehört. Die vollständige Aufstellung steht in der Rechte-Matrix; die Kurzfassung in Die 7 Rollen.
Drei Besonderheiten sind erwähnenswert:
- Bildschirme ohne Anmeldung (Alarmmonitor in der Fahrzeughalle) zeigen Klarnamen der Rückmeldenden und, wenn das Atemschutzmodul läuft, das Kennzeichen AGT. Eine Fahrzeughalle hat ein unbestimmtes Publikum — wer das nicht möchte, hängt den Zugang nicht dorthin. Siehe Rückmeldungen & Alarmmonitor.
- Der Tablet-Zugang zur Atemschutzüberwachung kommt ohne Anmeldung aus. Wer die Adresse hat, sieht die Tafel dieser Wehr — deshalb gehört der QR-Code ins Fahrzeug und nicht ins Internet. Er läuft nach einem Jahr ohne Benutzung ab und lässt sich jederzeit neu erzeugen.
- Meldungen mit Klarnamen (etwa die Sammelmeldung „wer kommt") gehen nicht an die Rollen Gast, Einsatzkraft und Schwerpunkt-Dispo. Das erzwingt das ETB beim Speichern und beim Versenden.
Wie lange die Daten bleiben
| Was | Frist |
|---|---|
| Rückmeldungen | einstellbar, Vorgabe 3 Tage, höchstens 14 (Meldungen → Rückmeldungen) |
| Entscheidungen („Ich komme") | 14 Tage, von der Aufräumfrist ausgenommen |
| Antwort-Links aus Benachrichtigungen | 4 Stunden |
| „Angemeldet bleiben" | 90 Tage |
| Einladungslinks für Geräte | 14 Tage |
| Zugang für Wandbildschirme | 1 Jahr ohne Benutzung |
| Tablet-Zugang Atemschutz | 1 Jahr ohne Benutzung |
| Fehlgeschlagene Anmeldeversuche | höchstens 24 Stunden |
| Systemprotokoll | einstellbar (Administration → Einstellungen) |
| Einsätze, Tagebuch, Atemschutznachweis | unbefristet — sie sind der Nachweis |
⚠️ Der Nachweis bleibt. Einsatzdokumentation und Atemschutzprotokoll haben bewusst keine Löschfrist: Eine Wehr muss Jahre später belegen können, was passiert ist. Auch die Revisionsspur des Not-Aus gehört dazu.
Was beim Löschen eines Kontos passiert
Das Konto und seine persönlichen Einstellungen verschwinden, ebenso die Geräte-Registrierungen. Was die Person im Einsatz getan hat, bleibt — Tagebucheinträge, Rückmeldungen und Atemschutz-Protokolle sind Nachweis. Wo ein Name in einem solchen Eintrag steht, steht er weiter.
ℹ️ Das ist der übliche Konflikt zwischen Löschbegehren und Aufbewahrungspflicht. Für die Einsatzdokumentation wiegt die Pflicht schwerer — dieselbe Abwägung wie beim Papiertagebuch, das auch niemand nachträglich schwärzt.
Wohin Daten das Haus verlassen
| Dienst | Wofür | Was übertragen wird |
|---|---|---|
| Telegram | Alarmierung, wenn dieser Weg gewählt ist | der Meldungstext samt Namen, an die konfigurierten Chats |
| Push-Dienst des Browsers | Benachrichtigung auf den Sperrbildschirm | der Meldungsinhalt, Ende zu Ende verschlüsselt — der Dienst selbst kann ihn nicht lesen |
| Nominatim (OpenStreetMap) | Adresse zu Koordinaten | die Einsatzadresse |
| what3words | Kurz-Standort, nur wenn eingeschaltet | die Koordinaten |
| Deutscher Wetterdienst | Wetter- und Warnmodul | nichts Personenbezogenes — nur der abgefragte Ausschnitt |
ℹ️ Web Push ist datensparsamer als Telegram. Deshalb ist es für neue Installationen die Vorgabe: Der Zustelldienst sieht nur, dass etwas zugestellt wird, nicht was. Bei Telegram liegt der Klartext beim Anbieter. Siehe Zustellweg.
Was in ein Verarbeitungsverzeichnis gehört
Als Gerüst:
- Zweck — Dokumentation und Abwicklung von Feuerwehreinsätzen, Alarmierung der Einsatzkräfte, Nachweis nach FwDV 7 beim Atemschutz.
- Betroffene — Angehörige der Wehr; bei Einsatzadressen mittelbar auch Dritte.
- Datenarten — siehe die erste Tabelle oben.
- Empfänger — die Wehr selbst; zusätzlich die oben genannten Dienste, soweit eingeschaltet.
- Fristen — siehe die Fristentabelle.
- Technische Maßnahmen — Rollen und Rechte, verschlüsselte Übertragung, Passwörter nur als Prüfsumme, Bremse gegen fremdes Ausprobieren, revisionsfeste Einträge.
Was als nächstes?
- Rechte-Matrix — wer welche Daten sieht
- Zustellweg — Telegram oder Web Push, und was das bedeutet
- Einstellungen — wo die Fristen stehen
- Backup & Update — wo die Daten liegen und wie sie gesichert werden